Newsletter 05/2020

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte unserer Solawi!

Es regnet, juchee … das lang ersehnte Nass von oben kam die letzten Tagen tatsächlich auch zu uns. Es sollte eigentlich noch viel mehr regnen, aber das ist zumindest ein Anfang und der erste Wassertank füllt sich, so sparen wir kostbares Trinkwasser aus der Leitung.

Trotz allem war der April viel zu trocken, der dritttrockenste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 (Quelle: Deutscher Wetterdienst).

Was geht auf dem Acker?

Sehr viele Kulturen sind schon im Boden, Radieschen, Karotten, Sellerie, Kohl, Rote Beete, Fenchel, Kartoffeln, etc. etc. Es wächst und gedeit. Allerdings hatten wir Anfang April noch mit strengen Nachtfrösten „zu kämpfen“ bei klaren Nächten. Manche Pflanze hat es „erwischt“, bei den meisten hatten wir Glück und die erholen sich gerade von kleineren Erfrierungen.

Corona hält uns mehr oder weniger auf Trab. Wir halten Abstand, wo es geht und das Arbeiten im Freien hat nicht nur zu Corona-Zeiten Vorteile: Frische Luft und guter Boden unter den Füßen tun einfach gut!

Auch der Abholraum schreitet voran, ist allerdings noch nicht fertig, demnächst werden noch Regale gezimmert. Die ersten Abholungen werden dann vielleicht improvisiert werden müssen, aber auch das wird gehen.

Apropos erste Gemüseabholung: Reinhold rechnet mit Salat und Radischen in etwa drei Wochen, das ist ungefähr die Zeit, die wir witterungsbedingt zu spät dran sind.

Ein wunderschönes Kräuter- und Heilpflanzenbeet mit Feuerstelle wurde angelegt. Ihr könnt jederzeit Kräuter und Pflanzen mitbringen und erstmal deponieren. Bitte noch nicht einpflanzen, weil wir hier ein gewisses System verfolgen wollen, das wir selbst aber noch nicht genau kennen.

Arbeitseinsätze:

Reinhold ist meist täglich ab 11 Uhr auf dem Feld, er braucht auch Unterstützung beim Pflanzen setzen und Gießen und bald auch beim Jäten. Auch das Bewässerungssystem sollte weiter aufgebaut werden (Silo ausräumen, weiter planen). Wir arbeiten selbstverwaltet mit der Organisationsplattform „Trello“. Wer Interesse hat und mitarbeiten möchte, schreibt bitte an info@solawi-sigmaringen.de und wir schicken euch einen Link zu, dann seid ihr informiert.

Was wir noch brauchen:

Gießkannen – sehr gerne aus Metall
Fallrohre (am liebsten auch aus Metall, also verzinkt, für das Bewässerungssystem),
Werkzeug (Hacken, Grubber, etc. – wer noch was zu Hause findet, was eh rumliegt, gerne!)
und ganz aktuell: höhere, stabile Hohlloch-Ziegelsteine (ca. 10 Stk.), um große Wassertanks aufzubocken, die brauchen wir ganz aktuell am Samstag, also morgen.
Weiter gesucht werden noch Stäucher und auch junge Bäume für unserer essbaren Hecken und die Obstbaumallee zwischen den Feldern. Wer also noch Stecklinge hat, bitte mitbringen.

Mit der Aussicht auf eine baldige erste Ernte und ein paar Eindrücken in Bildern grüßen wir euch herzlich – hoch den Kopf und die Kartoffel!

Euer Vorstand der Solawi Sigmaringen

Newsletter KW 14

Neuigkeiten vom Solawi-Acker
Liebe Prosumenten und Interessierte unserer Solawi!

Kalte klare Nächte und herrlicher Sonnenschein gab es in den letzten Tagen, wunderschön ist es grad oben auf dem Solawi-Acker. Bei einigen Arbeitseinsätzen konnten die ersten Salat- und Kohlrabipflänzchen gesetzt werden, dabei bekam unser Gärtner Unterstützung – vielen Dank dafür.

Und während die einen mit dem Acker beschäftigt waren, begannen zeitgleich andere, das Silo auszuräumen. Das 40 Jahre alte Heu, das darin über einen Meter hoch geschichtet ist, können wir zum Teil zum Mulchen nehmen, perfekte Wiederverwertung! Der Platz für den Kräutergarten / Kinderbeet ist abgesteckt, auch hier gibt es schon Ideen und eine Kleingruppe kümmert sich.

Wer mithelfen möchte (auf dem Acker, Abholraum bauen, Silo ausräumen, Kräutergarten anlegen) bitte eine Mail schreiben, wir organisieren das dann online: info@solawi-sigmaringen.de.

Natürlich wollen auch wir unseren Teil dazu beitragen, Infektionsrisiken zu minimieren und Ansteckungsketten zu unterbrechen. Alle sind angehalten, die Abstände beim Arbeiten einzuhalten.

Hier könnten wir konkret Hilfe brauchen oder euer Wissen:

  • Die Kräuterbeet-Gruppe braucht Steine, also Kalksteine, die wachsen schließlich hier :-): Wer hat zu viele und will sie loswerden, wer weiß, wo es Lesestein-Plätze gibt, wo man sich bedienen darf (manche Gemeinden haben das)? Bitte melden!
  • Wir benötigen für unser Bewässerungssystem Badewannen (am Liebsten aus Metall). Wer eine hat oder jemanden kennt, bitte melden!
  • Zudem Wasserbehälter mit großer Öffnung als Zwischenspeicher, die man mit Leitungswasser befüllen kann und wo bequem eine Gießkanne von oben reinpasst, um die Pflanzen zu wässern.
  • Für unsere essbare Hecke Ableger von Johannisbeeren, Stachelbeeren, Josta, etc, … (einfach abschneiden, ins Wasser legen, bis Wurzeln treiben und dann bringen).
  • und falls jemand Obstbäume übrig hat, die noch verpflanzbar sind, wir wollen eine Obstbaum-Allee anlegen.

Mit diesen wunderbaren Aussichten vom zukünftigen Paradies grüßen wir euch herzlich – hoch den Kopf und die Kartoffel!

Euer Vorstand der Solawi Sigmaringen

Bieterrunde und Ackerbegehung

Liebe Interessierte und TeilnehmerInnen unserer Solawi!
Unsere erste Bieterrunde war ein großer Erfolg und wir sind ein bisschen stolz, dass wir das gemeinsam mit euch so geschmeidig hinbekommen haben. 49 Anteile wurden verteilt, der Richtwert (also der Durchschnittswert) lag bei 49,36 Euro und wir haben diesen Richtwert im ersten Durchgang erreicht (49,93 Euro – da strahlte nicht nur Kevin, der gerechnet hat :-)). Das zeigt, dass das solidarische System getragen hat und diejenigen, die nicht so viel bezahlen können von anderen mitgetragen werden. Danke an alle, die das möglich gemacht haben, danke an die Kuchenspenden und auch nochmal ein herzliches Dankeschön an die evangelische Kirchengemeinde, die den schönen Saal zur Verfügung gestellt hat. Einen Zeitungsartikel über die Veranstaltung findet ihr hier!
Wie geht es nun weiter?  
Gleich bei der Veranstaltung wollten viele von euch wissen, wie es denn nun weiter geht auf dem Acker und wo und wann man nun mithelfen kann. Hier ein kurzer Überblick:
Gärtner Reinhold ist grade dabei, Pflanzen zu bestellen. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, werden die in der Gärtnerei in Lautenbach in Demeterqualität gezogen. Zudem bestellt Reinhold Bingenheimer Saatgut, das ist eine Erzeugergemeinschaft, die sich auf den Anbau von samenfesten Sorten spezialisiert hat (die also mit den gleichen Eigenschaften vermehrbar sind), im Gegensatz zu sogenannte Hybridsamen, die bei alternativ arbeitenden Betrieben nicht gerne gesehen sind, weil sie meist von großen Saatgutkonzernen hergestellt werden.
Geplant ist der Umbruch für Anfang März, falls hier kurzfristig Hilfe benötigt wird, melden wir uns. Allerdings ist es derzeit zu feucht und der Boden damit schlecht zu bearbeiten, es könnte also Verzögerungen geben.

Zur ersten gemeinsamen Veranstaltung, zu einer Hof- und Ackerbegehung wollen wir euch am Samstag, 14. März, um 16 Uhr einladen (Am Böhler-Hof, Alte Jungnauer Straße 1). Hier könnt ihr einen Blick auf den (dann wahrscheinlich frisch) umgebrochenen Acker werfen und Albrecht Böhler vom Böhler-Hof wird uns allerhand über den Hof erzählen. Wir wollen an dem Tag auch die ersten Arbeitsgruppen bilden, denn es gibt viel zu tun im Hinblick auf Abholraum, Kompostklo-Bau, etc. Neben einer Bau-AG könnten sich hier auch andere AGs bilden (Boden- / Biodiversitäts-AG, Einkoch-AG, Pflanz-AG, Kräuteranbau-AG, etc.)
Bringt für die Hofbegehung bitte selbstorganisiert Fingerfood oder Kuchen mit und am Besten alle eine eigene Tasse. Tee und Kaffee oder Saft sind natürlich auch gerne gesehen und willkommen. Selbstversorgung ist also angesagt!  Herzliche Grüße und spätestens bis in zwei Wochen am Sonntag. Wir freuen uns auf euch!  
PS – wir haben alle Mailadressen von den Mitgliedern in unser Newslettertool eingetragen, wenn ihr euch also wundert, weshalb ihr diese Mail bekommt, dann ist das die Antwort. Wir suchen hier noch eine Lösung, dass also Interessenten den NL bekommen und die aktiven Prosumenten womöglich einen in höherer Frequenz, wo dann auch Infos über die Abholungen drinne sind.

Mitglied werden

Mitglied im Verein „SoLaWi-Sigmaringen“ können alle Menschen werden, die Interesse an lokaler und saisonaler Gemüseversorgung haben. Nur Mitglieder können an der jährlichen Bieterrunde für die Gemüseversorgung teilnehmen. Aber auch eine Mitgliedschaft ohne Gemüse-Bezug ist möglich.

Bieterrunde

Ablauf – Bieterrunde

Ein Anteil Gemüse entspricht der Erntemenge geteilt durch die Anzahl der Mitglieder, die Gemüse beziehen.

Eine Bieterrunde läuft folgendermaßen ab: Die GärtnerInnen stellen (in Absprache mit dem Mitgliedern) ihre Anbau- und Finanzplanung für das Folgejahr vor. Aus dieser Budgetplanung ergibt sich ein durchschnittlicher monatlicher Beitrag für einen Anteil Gemüse. Dieser Durchschnittsbetrag ist jedoch nur ein Richtwert. Jedes Mitglied schreibt auf einen Notizzettel wie viel er oder sie tatsächlich monatlich für den Anteil Gemüse aufbringen kann oder will. Die Notizzettel werden dann eingesammelt und errechnet, ob das Budget für die nächste Saison gedeckt ist. Ist das Budget nicht gedeckt, so wird die Bieterrunde so oft wiederholt bis dieses erreicht ist. Nach der Bieterrunde wird von jedem Mitglied das Gemüse-Formular ausgefüllt.

Unsere erste Bieterrunde fand am 16.02.2020 statt.


Fragen und Antworten zur Bieterrunde

  • Ihr müsst zunächst KEIN Mitglied sein, um zur Bieterrunde zu kommen. Wenn ihr einen Anteil zeichnen wollt, dann müsst ihr allerdings Mitglied des Vereins werden. 
  • Man kann Mitglied des Vereins werden und damit ideell den Verein unterstützen (was uns freuen würde), muss aber kein Anteil zeichnen. Als Mitglied könnt ihr jederzeit bei Aktionen rund um die Solawi mitmachen. 
  • Für Einzelmitglieder liegt der Mitgliedsbetrag bei 18 Euro im Jahr, bei Familien 24 Euro. Die Mitgliedsbeiträge sind Richtwerte, das bedeutet, dass alle die Möglichkeit haben, den Betrag nach eigenem Ermessen selbst zu bestimmen. Es gibt also eine Spanne nach oben und unten. Wer mehr bezahlen kann, darf auch gerne mehr zahlen. Durch den angegebenen Richtwert deckt der Verein seine Kosten (z.B. Versicherungen, Web-Hosting, etc.) und einen Teil des satzungsgemäßen Auftrags, wie zum Beispiel Naturschutz / Obstbaumpflanzungen, etc.. 
  • Bei der Bieterrunde werden wir euch die Kalkulation präsentieren. Für uns ist es (wir sind immer noch dabei) im ersten Jahr recht schwierig, da wir viele unklare Parameter haben. Wir wissen zum Beispiel nicht, wie viele Anteile gezeichnet werden und wie viele Menschen überhaupt zur Bieterrunde kommen, es bleibt also noch spannend.- Am Sonntag wird sich auch Reinhold, unser Gärtner, vorstellen. Von ihm werdet ihr auch erfahren, was wir auf dem Acker anbauen werden- Wir werden euch am Sonntag den Richtwert für einen Anteil mitteilen. Dieser wird wahrscheinlich – je nach Anzahl der Teilnehmenden (wir gehen von 40 bis 50 aus) – zwischen 55 und 65 Euro betragen. – Wer mitmachen möchte, verpflichtet sich den berechneten Anteil über ein Jahr zu bezahlen. – In dem Bieterverfahren wird dann von allen, die einen Anteil zeichnen wollen, ein Betrag aufgeschrieben. Diejenigen, die mehr bezahlen können, schreiben einen höheren Betrag auf, andere einen niedrigeren. Zum Schluss müssen wir allerdings auf den errechneten Wert kommen. Möglicherweise braucht es also mehrere Durchgänge.  – Wichtig: Ihr müsst nicht bei der Bieterrunde anwesend sein, sondern könnt Vertreter bestimmen, die für euch mitbieten. Nehmt bei weiteren Fragen Kontakt mit uns auf.  – Nach Abschluss dieser Bieterrunde wird ein Vertrag abgeschlossen. Der Vertrag beinhaltet die monatlichen Zahlungen über ein Jahr hinweg.

Die erste Ernte ist für Ende April geplant

Schwäbische Zeitung, 17.02.2020

https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-sigmaringen/sigmaringen_artikel,-die-erste-ernte-ist-f%C3%BCr-ende-april-geplant-_arid,11188134.html

Sinngemäß steht in dem Artikel drin, dass die erste Bieterrunde ein Erfolg war und 49 Anteile weggegangen sind. Auch hat das solidarische Prinzip funktioniert, denn schon in der ersten Bieterrunde kamen wir auf den errechneten Preis von 49,36 Euro.

Es gabe zudem viele positive Rückmeldungen, eine Frau sagte: „Ich finde es beeindruckend, dass es so vielen Menschen wichtig ist, den Anbau von Lebensmittel neu und anders zu denken.“